{"id":150,"date":"2005-02-26T22:38:49","date_gmt":"2005-02-26T22:38:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rastko.net\/rastko-ka\/?p=150"},"modified":"2005-02-27T11:15:03","modified_gmt":"2005-02-27T11:15:03","slug":"kaschubische-maerchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/?p=150","title":{"rendered":"Kaschubische M\u00e4rchen"},"content":{"rendered":"<h1>Kaschubische M&#228;rchen<\/p>\n<p>Kasz&#235;bscz\u00e9 b&#244;jczi<\/h1>\n<p><i><\/p>\n<h3>Dolmacz&#235;nk Mark Kwidzi\u0144sczi<\/p>\n<p>&#220;bersetzt von Marek Kwidzinski<\/h3>\n<p><\/i><br \/>\n<i>Copyright &#169;  by Marek Kwidzi\u0144ski<\/i><br \/>\nKorrektur: Heinz Radde<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Index:<\/p>\n<p><a href=\"#Vorwort\">1.Vorwort. Die kaschubische M&#228;rchenwelt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Quellen\">2. Quellen kaschubischer M&#228;rchen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Macht\">3. Die Macht des B&#252;chleins<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Stoleme\">4. Der letzte Kampf der Stoleme<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Schatz\">5. Der Schatz Kaschubiens<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Soldat\">6. Der tapfere Soldat und der Geist<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Nikolaj\">7. Nik&#242;laj<\/a><\/p>\n<h4><a name=\"Vorwort\">1. Die kaschubische M&#228;rchenwelt<\/a><\/h4>\n<p>Die kaschubische M&#228;rchenwelt ist wohl genauso bunt wie jede andere auch. Ihr entdeckt<br \/>\ndort gute und b&#246;se Geister, tapfere M&#228;nner, Riesen wie Zwerge. Sie lebten und leben in<br \/>\nden Erz&#228;hlungen der Kaschuben.<\/p>\n<p>Florian Ceynowa, ein kaschubischer Schriftsteller, war der erste, der in den 60er Jahren<br \/>\ndes 19. Jh. damit anfing, diese zu sammeln. Nach ihm kamen andere Forscher wie A.<br \/>\nHilferding (ein Russe), Otto Knoop (ein Deutscher), Gotthelf Bronisch (ein Sorbe), Izydor<br \/>\nGulgowski und Friedrich Lorenz (beide gr&#252;ndeten 1907 in Karthaus\/Kartuzy den Verein<br \/>\nf&#252;r Kaschubische Volkskunde), sowie viele j&#252;ngere.<\/p>\n<p>Die hier pr&#228;sentierten M&#228;rchen stellen nur ein Bruchteil der kaschubischen M&#228;rchenwelt<br \/>\ndar.<\/p>\n<p>Es w&#228;re uns eine Freude, wenn ihr eines der M&#228;rchen des doch immer noch unbekannten<br \/>\nVolkes bei euch Zuhause zum Leben erwecken w&#252;rdet.<br \/>\nM&#228;rchen kennen doch keine Grenzen.<\/p>\n<h4><a name=\"Quellen\">2. Quellen kaschubischer M&#228;rchen<\/a><\/h4>\n<p>Bronisch Gotthelf, <i>Kaschubische Dialectstudien<\/i>, Leipzig 1898,<\/p>\n<p>Ceynowa Florian, <i>Sk&#244;rb Kasz&#233;bskoslovjnskj&#233; m&#242;v&#233;<\/i>, \u015awiecie\/Schwetz 1866-1868,<\/p>\n<p>Czernicki Stanis\u0142aw (Leon Heyke), <i>Podania kaszubskie<\/i>, Ko\u015bcierzyna\/Bered 1931,<\/p>\n<p>Dominik Augustyn, <i>T\u00f3na z Pustk<\/i>, Putzig\/Puck 1983,<\/p>\n<p>Gulgowski Izydor, <i>Von einem unbekannten Volk in Deutschland<\/i>, 1911,<\/p>\n<p>Hilferding Aleksander, Ostatki Slavjan na ju\u017enom beregu Baltijskago Morja, Petersburg 1862,<\/p>\n<p>Lorenz Friedrich, <i>Teksty pomorskie (kaszubskie)<\/i>, Krak\u00f3w\/Krakau 1914, 1924,<\/p>\n<p>Ramu\u0142t Stefan, <i>Podania i opowie\u015bci ludu kaszubskiego<\/i>, Krak\u00f3w\/Krakau 1893,<\/p>\n<p>Sychta Bernard, <i>S\u0142ownik gwar kaszubskich na tle kultury ludowej<\/i>, Wroc\u0142aw\/Breslau<br \/>\n1967-1976,<\/p>\n<p>\u015alizi\u0144ski Jerzy, <i>Z kaszubskiej i s\u0142owi\u0144skiej literatury ludowej<\/i>, Wroc\u0142aw\/Breslau 1965,<\/p>\n<p>Zeitschrif der Jungkaschuben \u201eGryf\u201c, 1908-1912,<\/p>\n<p>Sammlungen aus den oben genannten Quellen<\/p>\n<p>Janke Stanis\u0142aw, <i>Klechdy kaszubskie<\/i>, Gdynia-Gda\u0144sk\/Gdingen-Danzig 1996 (vom Autor ins Polnische<br \/>\n&#252;bersetzt),<\/p>\n<p>Samp Jerzy, <i>Zakl\u0119ta Stegna<\/i>, Gda\u0144sk\/Danzig 1985 (auf Kaschubisch und ins Polnische vom Autor<br \/>\n&#252;bersetzt)<\/p>\n<h4><a name=\"Macht\">3. Die Macht des B&#252;chleins<\/a><\/h4>\n<p>Es war einmal ein Vater, der ein einziges Kind &#8211; einen Jungen &#8211; hatte. Bei denen zu Hause<br \/>\nherrschte riesige Armut. Der Sohn musste also fort in die weite Welt, um Arbeit zu<br \/>\nsuchen. Die fand er auch bei einem reichen Bauern, der sehr viele B&#252;cher besa&#223;.<\/p>\n<p>&#8222;Du kannst lesen, was du willst, nur das kleine B&#252;chlein fasse nicht an&#8220;, befahl der wohlhabende Gutsbesitzer dem Jungen.<\/p>\n<p>Drei Jahre lang war der Junge bei dem Herrn und hatte alle dort stehende B&#252;cher schon<br \/>\ngelesen mit der Ausnahme des einen. Eines Tages fuhr der Bauer fort, und sein Diener<br \/>\nblieb in dem Herrenhaus alleine.<\/p>\n<p>&#8222;Was kann denn darin stehen, dachte er, dass ich es nicht lesen darf?&#8220;<\/p>\n<p>Seine Neugier war so gro&#223;, dass er, ohne auf das Verbot seines Herren zu achten, das<br \/>\nB&#252;chlein durchlas. In dem Moment, als er mit der letzten Seite fertig war , stellte sich her-<br \/>\naus, dass er zaubern konnte. <\/p>\n<p>Der Junge w&#252;nschte sich den Vater zu sehen, da kam eine Wolke, die ihn einh&#252;llte und<br \/>\nzum Haus seiner Familie brachte.<\/p>\n<p>&#8222;Wundere euch nicht, dass ich hier bin. Ich kann zaubern&#8220; sagte der Sohn zum Vater.<\/p>\n<p>&#8222;Unser Armut hat ab jetzt ein Ende, ab jetzt bekommen<br \/>\nwir all&#8217; das, was wir uns w&#252;nschen.&#8220; Dann schlug er vor: &#8222;Vater, ich verwandele mich in ein Pferd, und du wirst mich<br \/>\nzum Markt<br \/>\nf&#252;hren und dort f&#252;r 300 Taler verkaufen. Gleich nach dem Verkauf nimm mir bitte die<br \/>\nZ&#252;gel ab, sonst bleibe ich bis zu meinem Lebensende ein Pferd.&#8220;<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit kehrte der reicher Bauer zur&#252;ck und stellte fest, dass sein B&#252;chlein<br \/>\nsowie der Diener fort waren. Schnellstens begab er sich zum Markt und sah sofort ein<br \/>\nPferd, in dem er seinen Diener erkannte. Er fragte den Vater, was er daf&#252;r verlange. Als<br \/>\nAntwort bekam er &#8222;300 Taler&#8220; zu h&#246;ren.<\/p>\n<p>Er bezahlte diese Summe, und in dem Moment, als der Vater die Z&#252;gel runternehmen<br \/>\nwollte, sagte er: &#8222;Nein, die bleiben beim Pferd.&#8220;<\/p>\n<p>Im Pferdestall bat das Pferd einen Knecht, ihn von den Z&#252;geln zu l&#246;sen. Der wunderte sich<br \/>\nzwar, dass das Pferd reden konnte, half ihm aber.<\/p>\n<p>Das Pferd verwandelte sich sofort in eine Taube und flog fort. <\/p>\n<p>Der Herr sah es, verwandelte sich in einen Habicht und nahm die Verfolgung auf. Er<br \/>\nmeinte, ihn schon zu haben, da wurde aus der Taube ein Haferkorn, das auf die Erde fiel.<br \/>\nDer Habicht verwandelte sich sofort in eine Henne, die das Korn aufessen wollte, aus dem<br \/>\nKorn wurde jedoch ein Fuchs, der die Henne am Kopf packte und erdrosselte.<\/p>\n<p>So verlor der b&#246;se Herr sein Leben, und der Vater mit dem Sohn lebten seitdem im Frie-<br \/>\nden.<\/p>\n<h4><a name=\"Stoleme\">4. Der letzte Kampf der Stoleme<\/a><\/h4>\n<p>Ein Stolem, der zur Ostsee ging, traf einen anderen. Beide setzten sich hin, der eine auf<br \/>\nder Oxh&#246;fter Kampe (&#185;) und der andere auf den Steinberg (&#178;), und fingen an, sich<br \/>\nGeschichten von fr&#252;her und heute zu erz&#228;hlen. Schlie&#223;lich sagte der eine: &#8222;Es sieht nicht<br \/>\ngut f&#252;r uns aus, die kleinen Kreaturen &#8211; die Menschen &#8211; werden uns wohl alle verjagen.&#8220;<\/p>\n<p>Erm&#252;det nach so einem langen Gespr&#228;ch, legten sich beide hin und schliefen ein.<br \/>\nDas sah ein Fischer. Er stopfte sich seine Hosentaschen voll mit Steinen und kletterte auf<br \/>\nden gr&#246;&#223;ten Baum hinauf. Von da oben warf er einen Stein direkt auf die Stirn eines der<br \/>\nStoleme.<\/p>\n<p>Der wachte auf und sagte zu seinem Kameraden: &#8222;Lass mich in Ruhe!&#8220; Der, weil er von<br \/>\nnichts wusste, entgegnete ihm nur, das er dumm sei, und nach einem kurzen Streit legten<br \/>\nsich beide wieder hin und schliefen wieder ein.<\/p>\n<p>Darauf warf der Fischer nochmals einen Stein, diesmal auf den Kopf des anderen.<br \/>\nDer Riese stand auf , schubste seinen Kameraden und sagte: &#8222;Lass mich in Ruhe!&#8220;<br \/>\nDa antwortete der: &#8222;Jetzt bist du wohl dumm geworden!&#8220;<\/p>\n<p>Sie stritten sich wieder eine Zeit lang, zum Schluss schliefen beide jedoch ein.<br \/>\nDann nahm der Fischer einen gr&#246;&#223;eren Stein aus der Hosentasche und warf ihn auf die<br \/>\nNase der ersten Riesen. Das war dem dann zu viel des Guten, er stand auf und forderte<br \/>\nseinen Gegner zum Kampf heraus.<\/p>\n<p>Die schlugen sich erst in die Gesichter &#8211; was sich wie ein Donner anh&#246;rte. Danach gingen<br \/>\nbeide aus einander, fingen an, B&#228;ume herauszurei&#223;en und wirbelten diese um die K&#246;pfe.<br \/>\nDer Fischer bekam jetzt gro&#223;e Angst und bereute seinen Leichtsinn.<\/p>\n<p>Zum Gl&#252;ck trafen die Riesen den Baum, auf dem er sa&#223;, nicht. Aber der entstandene Wind<br \/>\nwar so riesig, dass der Fischer sich mit all&#8217; seiner Kraft an einem Ast festhalten musste, um<br \/>\nnicht herunterzufallen.<\/p>\n<p>Die Gegner gingen noch mehr aufeinander los und bewarfen sich mit riesigen<br \/>\nFelsbl&#246;kken. <\/p>\n<p>Das war der schrecklichste Kampf, den man sich vorstellen kann. Andere Riesen, die in<br \/>\nEuropa lebten, schauten zuerst nur zu, angelehnt an ihre Berge, mit der Zeit haben die sich<br \/>\naber auch an dem Kampf beteiligt. <\/p>\n<p>Das war der letzte Kampf der Stoleme, danach starben fast alle aus. Die von den Bergen<br \/>\nabgerissenen Gesteine sind heutzutage in vielen L&#228;ndern zu sehen. In Pommern und<br \/>\nPomerellen (&#179;) gibt es auch &#8216;ne ganze Menge davon.<\/p>\n<p>____<\/p>\n<p>(&#185;) Oxh&#246;fter Kampe \/ K\u0119pa Oksywska &#8211; Nord &#8211; Westlich vom Danzig, ein Teil der Kampe<br \/>\nbildet den Stadtteil Gdingen Oxh&#246;ft \/ Gdynia Oksywie<\/p>\n<p>(&#178;) Steinberg &#8211; Kamienna G\u00f3ra, ein kleiner Berg mitten in Gdingen \/ Gdynia<\/p>\n<p>(&#179;) Pommern und Pomerellen &#8211; bei den Kaschuben sowie bei den Polen gibt es nur den<br \/>\neinen<\/p>\n<p>Begriff \u201ePommern \/ Pomorze\u201c, was beides (Pommern und Pomerellen) beinhaltet.<\/p>\n<h4><a name=\"Schatz\">5. Der Schatz Kaschubiens<\/a><\/h4>\n<p>Nachdem der Herrgott die Welt geschaffen hatte, setze er sich in seinen himmlischen<br \/>\nThron, rief alle Engel zu sich und sagte:<\/p>\n<p>&#8222;Schaut hin, meine Lieben, wie wundesch&#246;n ist all das, was ich geschaffen habe.&#8220;<\/p>\n<p>Die Engel schauten sich alles an, klatschten in die H&#228;nde und sagten:<\/p>\n<p>&#8222;Vater, alles ist bezaubernd, uns gef&#228;llt es einfach.&#8220;<\/p>\n<p>Nur ein Engel stand sehr traurig an der Seite.<\/p>\n<p>Der Herrgott fragte ihn: &#8222;Wieso freust du dich nicht?&#8220;<\/p>\n<p>Der Engel sagte: &#8222;Herr, schau doch auf das arme kaschubische Land. Nur unfruchtbarer<br \/>\nSand ist dort zu finden. Vielleicht findet Euere Gnade etwas, um es zu versch&#246;nern?&#8220;<\/p>\n<p>Der Herrgott sagte: &#8222;Hast Recht. Ich schau&#8217; mal nach.&#8220;<\/p>\n<p>Der Herrgott stand auf und sagte schlie&#223;lich: &#8222;Ein bisschen blieb mir &#252;brig, sei beruhigt.&#8220;<\/p>\n<p>Der Sch&#246;pfer sagte das allm&#228;chtige Wort, und es geschah ein Wunder. Innerhalb des<br \/>\nsandigen Kaschubien entstanden Berge, die mit rauschenden B&#228;umen verdeckt waren, und<br \/>\nzwischen den Bergen schimmerten blaue Augen &#8211; das waren wundersch&#246;ne Seen, voll mit<br \/>\ngutschmeckenden Fischen. Unz&#228;hlige V&#246;gel und Tiere bewegten sich am Ufer und in<br \/>\nden B&#252;schen.<\/p>\n<p>Der Engel sah es und sagte: &#8222;Dieses Land ist jetzt sch&#246;ner als alle anderen.&#8220;<\/p>\n<p>Herr Gott erhebt seine Hand. In diesem Moment rauschte es in der Luft. Vom Norden kam<br \/>\nein Greif, der einen Riesen-Bernstein (&#185;), der in den Sonnenstrahlen gl&#228;nzte, trug. Diesen<br \/>\nwarf er in einer der Karthauser (&#178;) Seen, sodass das Wasser bis zum Himmel spritzte. Der<br \/>\nHerrgott sprach: &#8222;Dieser Klumpen ist soviel wert wie ganz Kaschubien.&#8220;<\/p>\n<p>Darauf fiel der Engel vor Gott auf die Knie und k&#252;sste seine g&#252;tige Hand. Der Sch&#246;pfer<br \/>\ngebot den Engel aufzustehen und sagte:<\/p>\n<p>&#8222;Und du wirst ab jetzt der treue Besch&#252;tzer dieses wundersch&#246;nen Teils der Erde sein.&#8220; <\/p>\n<p>Da flog der erfreute Engel hinunter und sch&#252;tzt unser Pommern (&#179;), damit uns nichts<br \/>\nB&#246;ses passiert. Seitdem kann der Sm&#227;tk &#8211; ein b&#246;ser Geist &#8211; nichts ausrichten.<br \/>\nIn schlechten Zeiten wird sich dieser Bernstein zeigen, und sein Wert wird unser Land vor<br \/>\nder Vernichtung retten.<\/p>\n<p>____<\/p>\n<p>(&#185;) Bernstein &#8211; Kaschuben nennen es Jantar.<\/p>\n<p>(&#178;) Karthaus\/Kartuzy &#8211; eine Stadt im Herzen Kaschubien.<\/p>\n<p>(&#179;) Pommern\/ Pomorze &#8211; f&#252;r Kaschuben und Polen beinhaltet es Pomerellen und Pommern<br \/>\n&#8211;es wird nicht differenziert. Den Begriff Pomerellen trifft man nicht an.<\/p>\n<h4><a name=\"Soldat\">6. Der tapfere Soldat und der Geist<\/a><\/h4>\n<p>Nachdem ein gro&#223;er Krieg aus war, wurden die Soldaten nach Hause geschickt. Nicht<br \/>\njeder von denen fand sofort eine Arbeit. Einer dieser Soldaten, der sehr tapfer und mutig<br \/>\nwar (er bekam auch viele Orden daf&#252;r), kaufte sich eine Fl&#246;te. Er wanderte von Dorf zu<br \/>\nDorf, spielte fr&#246;hliche T&#246;ne und verdiente damit sein Geld.<\/p>\n<p>Eines Abends trat er in eine Schenke ein, und weil es schon sp&#228;t war, wollte er dort &#252;ber-<br \/>\nnachten. Der Schenkwirt sagte jedoch, dass es kein freies Bett mehr g&#228;be, aber ganz in der<br \/>\nN&#228;he f&#228;nde der Soldat ein halb im Sand versunkenes Schloss, wo er &#252;bernachten k&#246;nne.<\/p>\n<p>Er sollte nur daran denken, dass es dort spukt. <\/p>\n<p>Der tapfere Soldat machte sich nichts draus, hat sein Abendbrot aufgegessen und machte<br \/>\nsich auf den Weg. Unterwegs kaufte er von dem Kirchendiener 12 Kerzen, wobei er eine<br \/>\nzw&#246;lfmal weihen lie&#223;. Er besorgte sich auch einen Sack. Nach dem es dunkel wurde, ging<br \/>\ner mit all seinen Sachen zum Schloss. Als er ankam, gingen alle Tore auf &#8211; das hat ihm<br \/>\naber keine Angst gemacht.<\/p>\n<p>Der Soldat ginge sofort in den gr&#246;&#223;ten Saal, wo er auf dem dort stehenden Tisch seine<br \/>\nzw&#246;lf Kerzen angez&#252;ndet hinstellte. Dann setzte er sich bequem hin und spielte in Ruhe<br \/>\nihm bekannte Lieder. Als die Kirchenuhr Mitternacht schlug, ging die Decke &#252;ber ihm auf<br \/>\nund ein halber menschlicher K&#246;rper fiel auf den Tisch. Der Soldat spielte jedoch weiter<br \/>\nund lie&#223;e sich nicht erschrecken. Nach einer Weile ging erneut die Decke auf, und dann<br \/>\nfiel die andere H&#228;lfte des K&#246;rpers herunter. Der Soldat spielte jedoch weiter, ohne Angst<br \/>\nzu haben.<\/p>\n<p>Einige Minuten sp&#228;ter vereinten sich die beiden K&#246;rperh&#228;lften, woraus die Erscheinung<br \/>\neiner<br \/>\nwundersch&#246;nen Frau entstand. Die fing dann an zu tanzen, pustete nach und nach die<br \/>\nKerzen aus und sagte:<\/p>\n<p>\u201eKomm doch mit mir!\u201c<\/p>\n<p>Der wackere Soldat spielte jedoch die Fl&#246;te weiter. Es blieb nur noch eine einzige Kerze<br \/>\nan (die er hatte weihen lassen), welche die Erscheinung jedoch, trotz aller M&#252;he, nicht<br \/>\nauspusten konnte. Sie tanzte und tanzte weiter, und der Soldat h&#246;rte nicht auf zu spielen.<br \/>\nPl&#246;tzlich stand er schnell auf, fing die Erscheinung und steckte sie in den Sack Mit dem<br \/>\nging er zum Dorfschmied, weckte ihn auf und sagte: \u201eSchlage kr&#228;ftig eine halbe Stunde<br \/>\nlang auf den Sack, und du bekommst das, was du verlangst.\u201c<\/p>\n<p>Der Geist erschrak und sagte: \u201eBitte, tue es nicht, ich werde nie wieder jemanden<br \/>\nerschrecken. Als ich am Leben war, war ich ein reicher Herr, meine Geldgier ist mir<br \/>\njedoch zum Verh&#228;ngnis geworden. Ich habe drei F&#228;sser voll mit Gold gesammelt, auf die<br \/>\nich seit meinem Tode aufpassen muss. Nimm die bitte, sie befinden sich unter dem gro&#223;en<br \/>\nSaal. Das eine Fass spende der Kirche, das zweite an die Armen und das dritte behalte, es<br \/>\nist deine Belohnung f&#252;r deine Tapferkeit und meine Erl&#246;sung.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem der Geist es sagte, verschwand er auch.<\/p>\n<p>Der Soldat tat alles das, was der Geist ihm sagte. Bald wurde er sehr reich und wohnte in<br \/>\ndem verzauberten Schloss.<\/p>\n<h4><a name=\"Nikolaj\">7. Nik&#242;laj<\/a><\/h4>\n<p>Ein Man ging durch den Wald und verirrte sich. Er ging von einer Ecke in die andere und<br \/>\nkam nicht raus. Da stand auf einmal ein Fremder neben ihm und fragte: &#8222;Was machst du<br \/>\ndenn hier?&#8220;<\/p>\n<p>Der Mann antworte: &#8222;Ich habe mich verirrt, und kann den richtigen Weg nicht finden.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Na ja, ich k&#246;nnte dich hinausf&#252;hren, aber nicht umsonst.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich bezahl alles, was du verlangst.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Gut, nur f&#252;r Geld tue ich nichts, davon habe ich genug, weil ich der Teufel bin. Und aus<br \/>\ndiesem Wald kommst du ohne meine Hilfe nie heraus.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Was verlangst du denn daf&#252;r?&#8220; fragte der Mensch.<\/p>\n<p>&#8222;Du wirst drei Mal meinen Namen raten, wenn du ihn err&#228;tst, f&#252;hre ich dich aus dem Wald<br \/>\nheraus. Falls du es innerhalb von f&#252;nf Tagen nicht schaffen solltest, dann musst du mir<br \/>\ndeine Seele verschreiben.&#8220;<\/p>\n<p>Der Man wusste, dass er alleine aus dem Wald nie herauskommen w&#252;rde und wurde sehr<br \/>\ntraurig. Mit dem Teufel wollte er sich jedoch nicht verbr&#252;dern.<\/p>\n<p>Er ging, sehr sauer auf sich selbst, wie ein Irrer durch den Wald &#8211; woher sollte er auch den<br \/>\nNamen des Teufels kennen? <\/p>\n<p>Dann traf er eine bettelnde Frau. Die sah, wie besorgt er war, und sagte:<\/p>\n<p>&#8222;Was fehlt dir denn, dass du so nachdenklich wirkst?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Mir kann sowieso keiner helfen&#8220; &#8211; sagte er und erz&#228;hle ihr alles, was ihm zugesto&#223;en<br \/>\nwar.<\/p>\n<p>&#8222;Humpelte er?&#8220; &#8211; fragte sie.<\/p>\n<p>&#8222;Ja, das tat er.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Na also! Ich kann dir helfen. Als ich durch den Wald ging, sah ich wie einer von einem<br \/>\nFu&#223; auf den anderen sprang und schrie: &#8222;Keiner wei&#223; es, dass ich Nik&#242;laj (&#185;) hei&#223;&#8217;!&#8220;<\/p>\n<p>Am f&#252;nftem Tag kam der Teufel auf die besprochenen Stelle. Als der Man dort ankam,<br \/>\nwartete er schon ungeduldig auf ihn.<\/p>\n<p>&#8222;Die Zeit ist gekommen, jetzt sage mir meinen Namen!&#8220;<\/p>\n<p>Der Man dachte kurz nach und sagte:<\/p>\n<p>&#8222;Du bist P&#249;rtk (&#178;)! &#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Nein!&#8220; &#8211; schrie der erfreute Teufel .- &#8222;Jetzt hast du nur noch zwei Versuche!&#8220;<\/p>\n<p>Da sagte der Man: &#8222; Sm&#227;tk (&#179;) bist du!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Nein! Nur noch ein Versuch. Bald geh&#246;rst du mir.&#8220;<\/p>\n<p>Der Man erschreckte sich und sagte &#228;ngstlich: &#8222;Dein Name lautet: Nik&#242;laj!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das muss dir der Teufel selbst gesagt haben oder die alte Frau mit dem Sack auf dem<br \/>\nR&#252;cken, die vor ein Paar Tagen hier entlang ginge.&#8220;<\/p>\n<p>So war der Mann seine Sorgen los und der Teufel musste ihn aus dem Wald herausf&#252;hren.<\/p>\n<p>____<\/p>\n<p>(&#185;) Nik&#242;laj &#8211; ein humpelnde Teufel, der einen verirrten im Wald Menschen herausf&#252;hrt,<br \/>\nnach dem, der seinen Namen erraten hat. (Er k&#246;nnte auf deutsch Nichthumpel hei&#223;en.)<\/p>\n<p>(&#178;) P&#249;rtk &#8211; ein sehr euphemistische Name eines Teufels. (Unartige Kinder werden so<br \/>\ngenant.)<\/p>\n<p>Andere Name: M&#242;rsczi P&#249;rtk ( Meerp&#249;rtk ), ein menschen&#228;hnliche Meerteufel, der am<br \/>\nNordpool, in einem Schloss am Meeresgrund lebt.<\/p>\n<p>(&#179;) Sm&#227;tk &#8211; eine Gestalt, die wahrscheinlich ein Bestandteil der heidnischen Religion war<br \/>\nund sp&#228;ter zu einem Teufel wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die kaschubische M\u00e4rchenwelt ist wohl genauso bunt wie jede andere auch. Ihr entdeckt<br \/>\ndort gute und b\u00f6se Geister, tapfere M\u00e4nner, Riesen wie Zwerge. Sie lebten und leben in<br \/>\nden Erz\u00e4hlungen der Kaschuben. <br \/> <a href=\"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/?p=150\">\u041d\u0430\u0441\u0442\u0430\u0432\u0438\u0442\u0435 \u0441\u0430 \u0447\u0438\u0442\u0430\u045a\u0435\u043c <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":63,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-150","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tumaczenia--dolmaczenczi"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/63"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/150\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kaszebi.rastko.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}